In nicht sozialen Zeiten erleben Menschen viel Ungerechtigkeit. Soziale Normen und Werte verlieren sich in leeren Worthülsen.

„Schutzgelder“ fließen. Meist dahin, wo eine Hand die andere wäscht. 

Geldwäsche im Waschsalon. Alles ganz sauber. 

Sagt man jedenfalls im Stadtrat. In alten Spelunken hört man eher die „schmutzigen Geschichten“.

Da muss schon manchmal die Feuerwehr den ein oder anderen Brand löschen, wenn die Polizei gerade selbst am Tresen sitzt.

Im Salon wird zeitgleich Geld gezählt, während die Versicherer versichern, und Käufer und Verkäufer sich schnell einig werden. Geld muss ja im Umlauf bleiben. Und manchmal erstmal vom rechtmäßigen Besitzer befreit werden.

Kollateralschäden werden in medizinischen Einrichtungen verwaltet. Oder sie erleben häufigere Begegnungen mit Freunden und Helfern. Bei Notfällen sind sie sofort da und ihrer Hilfe ist kaum zu widerstehen.

In vielen sozialen Einrichtungen fällt auch „schmutzige Wäsche“ an. Die braucht manchmal keinen Waschsalon mehr, sondern kann direkt – sauber getrennt – entsorgt werden. So kann die Wieder-Verwertung gewährleistet werden und der Betrieb erschafft Mehrwerte für die Gesellschaft.

Unter der ein oder anderen Bank findet sich auch noch Schmutzwäsche. Viele haben auf ihr gesessen, die Bank wurde mehrfach umstrukturiert. Doch sie ist ihrem Standort treu, und steht solide auf der schmutzigen Wäsche.

Wäschegenossen sind sehr gesellige Menschen. Wobei jeder sein eigenes Bier braut. Und mancher setzt eher auf die Destillation. Wer selbst das Handwerk nicht versteht – oder sich die Hände nicht schmutzig machen will – der sucht sein Glück bei der Spielbank. 

Unter dem Spieltisch:
Schuldscheine. Alte Coupons. Und auch wieder die schmutzige Wäsche.

Ob Spielbanken oder andere Banken: Ohne Einsatz gibt es keinen Sitzplatz.

In den heiligen Hallen muss gewandelt werden. Sonst bleibt nur der Kurpark zum Auskurieren. Vorausgesetzt man kommt am Parkwächter vorbei und „wahlweise“ rein oder raus. Am Kurhotel vorbei, dessen schmutzige Wäsche gut verpackt und diskret behandelt wird.

Manche Kurgäste sind schon auf Abwege geraten und haben andere Auswege aus dem Kurbetrieb gefunden. Der Spielplatz liegt auf der anderen Seite. Ganz in der Nähe vom Mini-Golfplatz. Das sagt jedenfalls Schrödinger‘s Katze, die bei Königin Luise auf dem Schoß liegt und das Ganze mit Argusaugen beobachtet.

Gäste müssen wissen, dass ihre Eltern für sie haften. Doch wer eine Bank direkt an einer Heilquelle findet, der kann seine Hände in Unschuld waschen. Eine stillschweigende Beichte und Absolution von der Kirche vorausgesetzt. In den Gotteshäusern gibt es nicht nur eine Bank. Und damit viel Platz für schmutzige Wäsche, von der nicht nur die Chorknaben ein Lied singen können.

In manchen Gegenden wurde die schmutzige Wäsche so tief verbuddelt, dass die Gruben noch heute sichtbar sind. Und wer sagt „Geld stinkt nicht.“, der hat wohl die dreckige Wäsche in der Waschmaschine vergessen. 

Nochmal waschen – oder neu kaufen?

Aber was ist, wenn die Waschmaschine kaputt geht und keiner deine schmutzige Wäsche waschen will?

Das riecht irgendwann ganz gewaltig. Und zwar nach Geldwäsche.

Weil schmutziges Geld stinkt. 


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Über die Autorin

Daniela Breyer ist Unternehmerin, Autorin und unabhängige Menschenrechts-Verteidigerin. Ihre Arbeit befasst sich mit Menschenrechtsfragen, institutionellem Versagen sowie der historischen und gegenwärtigen Wirkung staatlicher und halbstaatlicher Strukturen auf das Leben Einzelner.

Ausgehend von eigener existenzieller Betroffenheit durch behördliche Maßnahmen, wirtschaftliche Ausgrenzung und den Entzug grundlegender Lebensbedingungen begann sie, systematisch zu recherchieren. Diese Recherchen entstanden nicht aus politischer oder ideologischer Motivation, sondern aus der Notwendigkeit heraus, Ursachen, Verantwortlichkeiten und Strukturen zu verstehen.

Im Rahmen ihrer Arbeit stieß sie auf bislang unzureichend aufgearbeitete historische Strukturen in Bad Pyrmont und Umgebung, unter anderem zu Stiftungen, Einrichtungen, Zwangsarbeit, Verschickungssystemen sowie personellen und ideologischen Kontinuitäten über den Zweiten Weltkrieg hinaus. Ihre Veröffentlichungen stützen sich auf öffentlich zugängliche Archivdokumente, private Unterlagen der Familie Breyer und Zeitzeugenberichte. Ergänzend analysiert sie bauliche Strukturen, Eigentumsverhältnisse sowie die nachweisbare Verflechtung staatlicher und privatwirtschaftlicher Interessen und Entscheidungen.

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