Quellenangabe:
Zeitgenössische Dokumente aus dem Stadtarchiv Bad Pyrmont (sofern nicht anderweitig gekennzeichnet), fotografiert im Rahmen dokumentarischer und journalistischer Recherchen zur historischen und aktuellen Aufklärung von Menschenrechtsverstößen.
Hinweis:
Die Veröffentlichung erfolgt im öffentlichen Interesse, gestützt auf Art. 5 GG (Presse- und Meinungsfreiheit) sowie § 50 UrhG (Zitatrecht), und dient der Sichtbarmachung struktureller Gewalt sowie der Wahrung individueller und kollektiver Grundrechte.
Deutscher Einheits-Mietvertrag, 1. September 1933
Mietvertrag zwischen der Städtischen Sparkasse Bad Pyrmont – als Vermieter – und der Adolf-Hitler-Stiftung Bad Pyrmont (Bürgermeister dipl. rer. pol. Zuchhold) – als Mieter. Das Mietverhältnis (Wohnräume in der Schloßstrasse Nr. 9 in Bad Pyrmont) beginnt laut Vertrag am 1. September 1933. Der Stempel der Städtischen Sparkasse zeigt das Datum 25. November 1936.




Urkunde, 2. September 1933

Quelle: Stadtarchiv Bad Pyrmont

Quelle: Stadtarchiv Bad Pyrmont
1936

Rechnung an die Adolf-Hitler-Bad-Pyrmont-Stiftung von „Pyrmonter Wasserwerke“
Städtische Sparkasse
Pyrmonter Vereinsbank
Gerichtsstand Bad Pyrmont
30. November 1936

Rechnung an die Adolf-Hitler-Bad-Pyrmont-Stiftung von „A. Brinkmann Bad Pyrmont (Obst, Gemüse, Südfrüchte, Wild, Geflügel) / Brunnenstraße)“
November 1936

Beitragsrechnung Allgemeine Ortskrankenkasse Kreis Pyrmont
„A. Hitler-Stiftung„
11. Dezember 1936

Adolf-Hitler-Bad-Pyrmont-Stiftung
Adolf Hitler Spende
Städtische Betriebe Bad Pyrmont – Geschäftsstelle Waisenhof
1936
1937

Belegung der „Adolf Hitler – Bad Pyrmont – Stiftung“ mit Frauen und Männern
1937

Städtische Sparkasse Bad Pyrmont an die Adolf-Hitler Stiftung Bad Pyrmont wegen Heizungskosten und Miete 1936
1937

Zahlungsbestätigung von Teilzahlung für Verpflegung der Gäste der Adolf Hitler Bad Pyrmont Stiftung
Hotel zur Krone
13. März 1937


Zahlungsanweisung – Der Bürgermeister
„Sehr geehrtes Fräulein Sauer!
Im Namen der Adolf Hitler-Bad Pyrmont-Stiftung und auch persönlich wünsche ich Ihnen ein frohes und gesundes Osterfest.“
27. März 1937


Rechnung an die Bad Pyrmont Adolf Hitler Stiftung vom Zigarrenhaus Paul Meyer
Zahlungsanweisung erfolgt vom Bürgermeister
Zigarrenhaus Paul Meyer
Brunnenplatz, Hotel Hemmerich
Pyrmonter Vereinsbank
06. April 1937

Zahlungsanweisung vom Bürgermeister für Verpflegung der Frauen der Adolf Hitler Bad Pyrmont Stiftung
Viktoriahof / Viktoria-Hotel
07. April 1937

Buchungsanzeige Konto Nr. 540 (Adolf Hitler Bad Pyrmont Stiftung) bei der
Städtischen Sparkasse Bad Pyrmont
Brunnenstrasse 2
Postscheckkonto Hannover 5744
Fernsprecher 756
1937

Berechnung anteilige Heizkosten
Schloßstrasse 9
Adolf-Hitler-Stiftung
Bürgermeister Zuchhold
Dr. Lendrodt
Stempel: Städtische Sparkasse Bad Pyrmont
- Februar – 30. Juni 1937





Adolf Hitler-Bad Pyrmont-Stiftung an Obsthandlung Frau Brinkmann
„Anliegend überreiche ich Ihnen Verrechnungsscheck in Höhe von 39.-Rm. zum Ausgleich Ihrer Rechnungen vom 30. Juni und 5. August 1936.
Für die bereits abgebuchten 15.-Rm. Spende für die Adolf Hitler-Bad Pyrmont-Stiftung danke ich Ihnen im Namen der Stiftung herzlichst.
Die Überweisung der Beträge an die Stadtkasse, wie Sie auf der Rechnung vermerkten, bitte ich selbst vornehmen zu wollen.“
14. Juli 1937
194X

Zweigeteiltes Blanko Dokument der Adolf-Hitler-Bad-Pyrmont-Stiftung mit zwei Empfängern
1. Herr Dr. / Bad Pyrmont
2. Staatliche Kurverwaltung / Bad Pyrmont
Absender: Der Bürgermeister, Geschäftsführer der Stiftung
194_
1943

Vom Landrat a. D. an die Adolf Hitler Bad Pyrmont Stiftung, zu Händen des Herrn Stadtobersekretärs Niere
„Das von Ihnen bewohnte Gebäude Schloßstrasse 9 ist durch notariellen Vertrag vom 15. Dezember 1942 mit Wirkung vom 20. Dezember 1942 in das Eigentum der Stadt Bad Pyrmont übergegangen. Die Stadt Bad Pyrmont ist nach § 3 dieses Vertrages in die bestehenden Mietverträge der Verkäuferin eingetreten.“
14. Januar 1943

Von der Hauptstelle Gesundheit (NSDAP Gauleitung Berlin, Amt für Volkswohlfahrt) an die Adolf Hitler Bad Pyrmont Stiftung, zu Händen des Herrn Bürgermeisters
„Wir bitten Sie un Mitteilung, wann in diesem Jahr die Verschickungen im Rahmen der Stiftung beginnen können.
Ferner bitten wir um Nachricht, wohin die einzelnen Kurgäste eingewiesen werden können, da das Heim der Stiftung nicht mehr existiert.“
18. März 1943

Von der Adolf Hitler Bad Pyrmont Stiftung (Landrat) an die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (Gauleitung Berlin, Amt für Volkswohlfahrt)
„Ich bestätige den Eingang Ihres Schreibens vom 31. 3. ds. Js. und teile dazu mit, dass ich der Gauleitung in Hannover den 4. Platz für die hiesige Stiftung zur Verfügung gestellt habe. Zugleich habe ich gebeten, mir den Gast in Vorschlag zu bringen. Sobald ich Antwort habe, werde ich weiterberichten.
Ferner teile ich mit, daß die Kur grundsätzlich auf aerztliches Attest 3 Wochen dauert. Vielleicht ist es angebracht, daß zwischen den einzelnen Kuren ein Zwischenraum von 1 – 2 Tagen liegt.
Mit der Eröffnung zum 19. April 1943 bin ich einverstanden. Die Verschickung kann bis einschl. September ds. Js. erfolgen.“
05. April 1943

Vom Landrat an die NSDAP, Gau Groß-Berlin, Amt für Volkswohlfahrt, Abteilung Gesundheitswesen
„Zuschußleistung für die Adolf-Hitler-Bad-Pyrmont-Stiftung.
„Beiliegend überreiche ich die Abrechnung der Adolf Hitler – Bad Pyrmont – Stiftung für das Rechnungsjahr 1942, und bitte zugleich um Überweisung des Zuschusses von 3.500,– RM für das Jahr 1943. Der in der Jahresrechnung für 1942 verbliebene Bestand vor 1.458,81 RM ist inzwischen restlos verbraucht, so daß die bisher durchgeführten Kuren mit dem Zuschuß der Stadt gedeckt werden mußten. Ich wäre deshalb für umgehende Überweisung recht dankbar.“
09. Juli 1943

Überweisungsschein über 3.500 Reichsmark Zuschuss für 1943
Gutschrift von der Bank der Deutschen Arbeit A. G. (Berlin) auf das Konto 540 der Adolf Hitler Bad Pyrmont Stiftung bei der Städtischen Sparkasse Bad Pyrmont
09. September 1943

Von Bad Pyrmont – Preussisches Staatsbad im Weserbergland – an den Bürgermeister Bad Pyrmont
„Die Adolf Hitler-Bad Pyrmont-Stiftung war ursprünglich ein Gemeinschaftswerk aller Be-teiligten. Freie Wohnung wurde in dem der Sparkasse gehörenden Haus in der Schloss-strasse, in der sich auch die Amtwohnung des Bürgermeisters befand, gegeben; die Ärzte hatten freie Behandlung zugesichert; die Kurverwaltung erliess die Kurtaxe und stellte die Kurformen unentgeltlich zur Verfügung eine Anzahl Gaststätten und Fremdenheime verpflegten die Gäste der Stiftung, ja selbst die Handwerker, wie Friseure usw. sahen von einer Berechnung ihrer Leistungen ab.
Neuerdings haben wir den Eindruck, als ob von einer Stelle in Berlin, die uns aber unbekannt ist, Zahlungen für die eingewiesenen Gäste geleistet werden. Wir wären dank-bar, wenn Sie uns über die derzeitige Handhabung der Stiftung und über die Behandlung ihrer Gäste Auskunft geben würden.“
28. September 1943


Schreiben vom Landrat an die Kurverwaltung Bad Pyrmont
„Mit Rücksicht auf die Wohnungsnappheit sind die Räume der Adolf-Hitler-Bad-Pyrmont-Stiftung in Hause Schloßstrasse 9 für Wohnzwecke freigegeben worden. Die Stiftung ist jedoch im Einvernehmen mit der NSV. Berlin aufrecht erhalten worden. Die Gäste, die seitens der NSV nach hier verschickt werden, werden in Pensionsbetrieben untergebracht, wofür die Pensionsinhaber durch die Stadt entschädigt werden. Die NSV., Gau Groß-Berlin und die Stadtverwaltung decken diese Kosten gemeinsam.“
„… die seitens des Bürgermeisters Zuchhold dem Führer gemachte Stiftung…“
1. Oktober 1943

Schreiben vom Landrat an die Kurverwaltung Bad Pyrmont
„Mit Rücksicht auf die Wohnungsnappheit sind die Räume der Adolf-Hitler-Bad-Pyrmont-Stiftung in Hause Schloßstrasse 9 für Wohnzwecke freigegeben worden. Die Stiftung ist jedoch im Einvernehmen mit der NSV. Berlin aufrecht erhalten worden. Die Gäste, die seitens der NSV nach hier verschickt werden, werden in Pensionsbetrieben untergebracht, wofür die Pensionsinhaber durch die Stadt entschädigt werden. Die NSV., Gau Groß-Berlin und die Stadtverwaltung decken diese Kosten gemeinsam.“
„… die seitens des Bürgermeisters Zuchhold dem Führer gemachte Stiftung…“
1. Oktober 1943
1944

Von Landrat an die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (Gauleitung Berlin, Amt für Volkswohlfahrt)
„Ab April ds. Js. wird der Betrieb in unseren Bade im vollen Umfanga auf Anweisung des Staatssekretärs für den Fremdenverkehr wieder aufgenommen. Ich bitte um gefl. Mitteilung, ob eine Verschickung von erholungsbedürftigen Gästen für die Saison 1944 wieder in Aussicht genommen ist und ob mir hierfür auch wieder der Zuschußbetrag in Höhe von 3.500,- RM überwiesen wird. Zusagendenfalls bitte ich mir rechtzeitig die einzelnen Kurzeiten bekannt zu geben und bereits jetzt mit der Gauleitung Hannover wegen Zuweisung des 4. Gastes in Verbindung zu treten, damit Verzögerungen für die Erholungssuchenden vermieden werden. Die Unterbringung könnte wie im Vorjahre hier geregelt werden.“
20. Januar 1944

Von Herrn Dr. med. Lendrodt (Bad Pyrmont, Schloßstrasse 9) an den Bürgermeister Bad Pyrmont
„Wie in den letzten Jahren wird auch während der diesjährigen Saison die Adolf-Hitler-Bad-Pyrmont-Stiftung durch die NSV, Gau Berlin, beschickt werden. Die erste Kur beginnt bereits an 3. 4. 1944.
Ich bitte, wie bisher, die ärztliche Betreuung übernehmen zu wollen. Jede Kur ist auf 4 Wochen festgesetzt.“
31. März 1944


Von der Hauptstelle Gesundheit (NSDAP Gauleitung Berlin, Amt für Volkswohlfahrt) an Frau Emma Borchers (Hakenkreuzplatz 10, Hannover)
„Die Kur einschliesslich Unterkunft und Verpflegung wird völlig kostenlos gewährt und kann von Ihnen vom 4.5.-1.6.44 in Anspruch genommen werden.“
„Sie erhalten diesen Freiplatz in der Adolf Hitler-Bad Pyrmont-Stiftung, weil Sie u. a. auch bedürftig sind. Im voraus möchten wir Sie darauf hinweisen, dass es nicht angängig ist, Ehemänner, Geschwister oder Kinder mitzunehmen, da für dieselben Freiplätze oder sonstige Vergünstigungen auf keinen Fall gewährt werden können.
Im übrigen ist es auch nicht angebracht, Anverwandte auf eigene Kosten nach Bad Pyrmont mitzunehmen, da in diesem Fall ja bewiesen würde, dass Sie nicht bedürftig sind. denn wenn Sie die Mittel dazu haben Ihre Angehörigen mit nach Bad Pyrmont zu nehmen, so hätten Sie das Geld ja für sich verwenden können und die „Adolf Hitler-Bad Pyrmont-Stiftung“ nicht in Anspruch zu nehmen brauchen.“
28. April 1944

Über die Autorin
Daniela Breyer ist Unternehmerin, Autorin und unabhängige Menschenrechts-Verteidigerin. Ihre Arbeit befasst sich mit Menschenrechtsfragen, institutionellem Versagen sowie der historischen und gegenwärtigen Wirkung staatlicher und halbstaatlicher Strukturen auf das Leben Einzelner.
Ausgehend von eigener existenzieller Betroffenheit durch behördliche Maßnahmen, wirtschaftliche Ausgrenzung und den Entzug grundlegender Lebensbedingungen begann sie, systematisch zu recherchieren. Diese Recherchen entstanden nicht aus politischer oder ideologischer Motivation, sondern aus der Notwendigkeit heraus, Ursachen, Verantwortlichkeiten und Strukturen zu verstehen.
Im Rahmen ihrer Arbeit stieß sie auf bislang unzureichend aufgearbeitete historische Strukturen in Bad Pyrmont und Umgebung, unter anderem zu Stiftungen, Einrichtungen, Zwangsarbeit, Verschickungssystemen sowie personellen und ideologischen Kontinuitäten über den Zweiten Weltkrieg hinaus. Ihre Veröffentlichungen stützen sich auf öffentlich zugängliche Archivdokumente, private Unterlagen der Familie Breyer und Zeitzeugenberichte. Ergänzend analysiert sie bauliche Strukturen, Eigentumsverhältnisse sowie die nachweisbare Verflechtung staatlicher und privatwirtschaftlicher Interessen und Entscheidungen.
Ziel ihrer Arbeit ist es, Informationen zugänglich zu machen, Zusammenhänge nachvollziehbar darzustellen und zur rechtlichen wie gesellschaftlichen Aufarbeitung von Menschenrechtsverletzungen und institutionellem Unrecht beizutragen.
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