Die Bad Pyrmont Aktiengesellschaft

Allgemeine Informationen zur Bad Pyrmont A.G.

Die Bad Pyrmont-AG war Vorgänger des Staatsbades Pyrmont. Die Verwaltung des Bades wurde nach dem Anschluss des ehemaligen Fürstentums Pyrmont an Preußen im Jahr 1922 an die Bad Pyrmont Aktiengesellschaft übertragen.

Persönlichkeiten:
Fritz Bussemeyer (1873-1944), Gärtnereibesitzer und Ratsherr, stellvertretender Vorsitzender der Bad Pyrmont-AG.
(Quelle: Website loge-bp.de, Freimaurerloge Friedrich zu den drei Quellen i. Or. Bad Pyrmont)

„Als Ratsvertreter war der Gärtnereibesitzer Bussemeyer bei der Bad Pyrmont A.G. (Aktien Gesellschaft) tätig und maßgeblich an der Ausarbeitung des Nießbrauchvertrages beteiligt, der nach 1921 von der Fürstlich Waldeckischen Regierung an den Preußischen Staat übergeleitet war.“
(Quelle: Buch „Bad Pyrmont Straßennamen erzählen“, Walter Fink, 1985)

„Hirschparkweg (29. Mai 1961) und Jägerweg (24. März 1961) bewahren die Stifternamen, die ihre Grundstücke für gemeinnützige Zwecke des Bades und der Stadt geschenkt haben. Samuel Hirsch schenkte das oberhalb der Bismarckstraße liegende Gelände der Bad Pyrmont A.G., Nachfolgerin ist das Land Niedersachsen, mit der Auflage, diesen Privatpark nur für Kurzwecke zu nutzen. Auf dem großen Grundstück befindet sich heute auch das Thermalsolebad.“
(Quelle: Buch „Bad Pyrmont Straßennamen erzählen“, Walter Fink, 1985)

1920

Artikel aus dem Pyrmonter Anzeiger von 1920 zur Vorenthaltung von den Ausgabezahlen der Bad Pyrmont Aktiengesellschaft

„Offener Sprechraum.
(Ohne jede Stellungnahme der Redaktion.)

Bad Pyrmont Aktien-Gesellschaft.

Herr Bertram!

In Ihrem Eingesandt in Nr. 26 des Pyrmonter Anzeigers stellen Sie die Frage, warum der Versammlung die Ausgabenzahlen des Jahres 1920 vorenthalten worden seien?

Ich würde auf Ihr Eingesandt nicht eingehen, wenn nicht ich es gewesen wäre, der der Versammlung die Ausgabesummen des Jahres 1919 bekannt gegeben hätte.

Bei Nennung der Summe von 1919 habe ich erklärt, daß der Badekommission die Ausgabenzahlen von 1920 von der Domänenkammer immer noch vorenthalten werden, ich deshalb nur das Jahr 1919 heranziehen könne (siehe auch den Prospekt). Heute noch sind die Zahlen des Jahres 1920 dem Ausschuß nicht bekannt, während dieselben aber von dritter Seite jetzt genannt werden.

Ich bedauere, daß in der Versammlung von diesen Zahlen von Denjenigen, denen sie bekannt waren, nicht Gebrauch gemacht wurde, es wäre dann auch darüber eine Aussprache erfolgt. Das wäre nötig gewesen, damit im Zeitungsartikel nicht weiter offene Türen eingestoßen werden.

Wenn auch, wie Sie schreiben, jedes Kind weiß, wie die Preise heraufgegangen sind, so möchte ich doch sagen, daß ich nicht Kindskopf genug bin, um einer ernsten Versammlung mit willkürlich geschätzten Zahlen aufzuwarten. Die Folge wäre sonst, daß Schlüsse gezogen werden, die den Ihrigen ähnlich sind, die aber der Sache nichts nützen.

Mogk

Verantwortlicher Leiter: Gustav Bermann in Bad Pyrmont.“

1921

Artikel aus dem Pyrmonter Anzeiger
Werbespruch Bad Pyrmont Aktiengesellschaft
Haus Bethesda, Georg Pied

Bad Pyrmont, Aktiengesellschaft!

Jubelnd sei’s der Welt verkündet!
Das, was man heiß ersehnte, wird gegründet,
Das vormals „Fürstlich“ Bad Pyrmont,
Macht bald vor aller Welt, als Aktiengesellschaft front!

Das Alte stürzt und neues Leben blüht aus den Ruinen.
Mög’ diese „Krisis“ unserm Bade nur zum Besten dienen.
Der Kreis Pyrmont steht jetzt vor einem Wendepunkt,
Hochwichtig und entscheidend für seine fern’re Zukunft.

Mit einem Schlage sind alle Klagen aus der Welt geschafft!
Wenn, wie ein Mann, sich Alles aufrafft,
Und daß die Aktien-Zeichnung geht so weit,
Daß überwiegend unser Kreis bleibt in der Mehrheit!

Drum zeichne Jeder, der noch Gelder zur Verfügung hat,
So rasch und viel wie möglich, Aktien für unser Bad!
Mög’ unter neuer Firma bald steh’n in erster Front
Unser teures Heimatland, unser beliebtes Bad Pyrmont!

Oesdorf-Pyrmont, Haus Bethesda.

Georg Pied.“

Artikel aus dem Pyrmonter Anzeiger
Gründung Aktiengesellschaft Bad Pyrmont
Pachtvertrag / Badeaktiengesellschaft

Im überfüllten großen Kronensaal fand Dienstagabend eine öffentliche Versammlung statt, um den Bericht über die am 19. Februar in Berlin im Preußischen Finanzministerium stattgehabten Verhandlungen über die beabsichtigte Gründung der Aktiengesellschaft Bad Pyrmont und den mit dem Verpächter abzuschließenden Nießbrauchvertrag entgegenzunehmen.

Da der Vorsitzende der Badeverwaltungskommission, Herr Sanitätsrat Dr. Grosch, sein Amt niedergelegt hatte und der stellvertretende Vorsitzende nicht anwesend war, übernahm Herr Bürgermeister Pracht den Vorsitz.

Wie Herr Bürgermeister Pracht mitteilte, ist die Anschlussfrage des Kreises Pyrmont bei den Verhandlungen in Berlin nur kurz gestreift und nicht mit der Frage des Pachtvertrages verbunden worden. Die zur Besprechung gekommenen Unterlagen waren vorher vom Ausschuss nach Berlin eingesandt worden. Ebenso waren die Dezernenten des Ministeriums von dritter Seite über die am 15. Februar hier stattgefundene Versammlung telefonisch unterrichtet worden.

Im Ministerium wurde besonders hervorgehoben, dass die Pyrmonter jetzt eine geschlossene Front bilden müssten, wenn sie ihr Ziel erreichen wollten. Ebenso wurde anerkannt, dass die langjährigen Wünsche der Pyrmonter, einen entscheidenden Einfluss auf die Verwaltung des Bades zu erhalten, durchaus berechtigt seien.

Auch der den Besprechungen beiwohnende Herr Landesdirektor der Fürstentümer Waldeck-Pyrmont stimmte diesen Wünschen der Pyrmonter als durchaus berechtigt zu. Der Höhe des Betriebskapitals von drei Millionen Mark wurde zugestimmt.

Auch die Frage, ob die Gemeinden Pyrmont und Oesdorf das Bad übernehmen könnten, wurde eingehend besprochen, wobei der Herr Landesdirektor davor warnte, da die Gemeinden doch wohl nicht leistungsfähig genug seien, um das Risiko zu übernehmen.

Die Eigentumsfrage des Bades soll vorläufig ebenso offen bleiben wie die Anschlussfrage.

Preußen erklärte sich bereit, 1/8 der Aktien zu übernehmen, während die Gemeinden den Rest übernehmen und an Unterzeichner abgeben könnten.

Der Erbohrung einer Thermalquelle wurde nach dem Vorschlag des Entwurfs zugestimmt, während die übrigen Bauten wie Wandelbahn und neues Kurhaus für später in Aussicht zu nehmen seien – je nach den wirtschaftlichen Verhältnissen und Bedürfnissen. Den Vertrag im Voraus damit zu belasten, sei nicht tunlich.

Die im Entwurf vorgesehene Regelung, dass der Verpächter 20 % des Reingewinns erhalten solle, fand keine Zustimmung. Das Ministerium glaubte, auf der Festsetzung einer bestimmten Pachtsumme von 100.000 Mark beharren zu müssen.

Wenn von hier aus den Änderungen zugestimmt werde, sei Preußen mit dem Vertrag einverstanden.

Der weitere Gang würde nun der sein, dass der Vertragsentwurf dem waldeckischen Landtag zur Beschlussfassung vorgelegt werde.

Herr Landrat Dr. Scheuermann begrüßte es, dass der Vertrag in so glücklicher Weise zu einem vorläufigen Abschluss gekommen sei und machte zu den Ausführungen des Herrn Pracht ergänzende Mitteilungen, so u. a., dass die Dauer des Vertrages auf 60 Jahre in Aussicht genommen sei.

Nachdem noch Herren Reg.-Rat Dr. Bertram über den Zeichnungsprospekt, San.-Rat Dr. Grosch über die Gründe seines Rücktritts, Frau Bussemeyer über den Übergang des Bades in das Eigentum der Gemeinden Pyrmont und Oesdorf, Bankier Bäkmann und Fabrikant Neuhaus über die zu bildende Aktiengesellschaft so gesprochen, verlas Herr Architekt Mogk die wichtigsten Bestimmungen des Vertragsentwurfs, die in der vorherigen Versammlung bereits Herr Rechtsanwalt Brandt behandelt hatte.

Den von Preußen gewünschten Änderungen stimmte die Versammlung einhellig zu.“

1921

Artikel aus dem Pyrmonter Anzeiger
Bad Pyrmont Aktiengesellschaft
Aufruf zur Aktienzeichnung – Gödecke Waldecksche Bank

Bad Pyrmont, Aktiengesellschaft.

Der in der Pyrmonter Zeitung vom 16. Februar erstattete Bericht über die Versammlung, betr. Bad Pyrmont Aktiengesellschaft, veranlasst mich, hierzu in Bezug auf meine Äußerungen Stellung zu nehmen.

Ich soll gesagt haben, es liege im Interesse Pyrmonts, wenn neben den einheimischen (kleinen) Zeichnern auch auswärtige größere Zeichnungen, besonders von Seiten der Großindustrie, gewonnen würden.

Dieser aus meinem Bericht herausgegriffene Satz trifft jedoch nicht das von mir gemeinte Gesamtbild.

Ich habe gesagt:

Es liegt im Interesse Pyrmonts, wenn eine Million Mark, en bloc (vielleicht Großindustrie), gewonnen werden könnte, wenn weiter mindestens 1.250.000 Mark (große und kleine Zeichner) im Kreise Pyrmont, und die restlichen 500.000 bis 750.000 Mark (kleine und größere Zeichner) außerhalb des Kreises aufgebracht würden.

Ich glaube nicht, dass durch diesen Vorschlag der vom geschäftsführenden Ausschuss angestrebte Einfluss der Pyrmonter – den auch ich unbedingt will – in der zu gründenden Aktiengesellschaft irgendeine Einbuße erleiden würde.

Die außerhalb des Kreises Pyrmont erfolgenden Einzelzeichnungen werden aller Wahrscheinlichkeit nach vorwiegend durch auswärtige Ärzte und langjährige Kurgäste vorgenommen werden. Diese haben aber ohne Zweifel durch ihre engeren Beziehungen zu den Pyrmontern ein lebhaftes Interesse gerade an deren Wohlergehen.

Sie werden daher, falls Interessen der Pyrmonter auf dem Spiel stehen, ihre Aktienstimme auch nur zugunsten der Pyrmonter in die Waagschale werfen. Damit aber wäre bezüglich des Aktienstimmrechts den Pyrmontern ein voller Einfluss gewährleistet. Das Stimmenverhältnis wäre 2 (Pyrmonter) zu 1 (Block).

Abgesehen davon, dass eine derartige feindliche Haltung des Blockes nicht zu befürchten ist, hat mein Vorschlag noch den Vorteil, dass der Pyrmonter sich nicht über seine Kräfte geldlich aufspannen braucht und damit die voraussichtliche Gewähr hat, seinen Aktienbesitz als Daueranlage zu behalten und seinen Einfluss für alle Zeiten zu sichern.

Weiter gab ich lediglich eine Anregung, die vielleicht zu beachten wäre:

Ich habe angedeutet, dass der Treuhänder (Domänenkammer – dies Wort muss ausgesprochen werden, um festzustellen, wer der Treuhänder ist) für jeden etwa in Frage kommenden Rechtsnachfolger (nicht für sich selbst) voraussichtlich bereit sein würde, das Kleininventar der Aktiengesellschaft zum abgeschätzten, damit wahrscheinlich geringeren als bisher angenommenen Wert käuflich gegen Hergabe von benachteiligten Aktien, sagen wir: Litera B, zu überlassen.

Die 3 Millionen Litera A-Aktien würden 5 % Dividende vorweg erhalten, bevor die Aktien Litera B irgendeine Dividende bekämen. Dieses Entgegenkommen bietet den Vorteil, dass der Aktiengesellschaft ihr gesamtes Grundkapital zur Verfügung bliebe.

Gleichzeitig hätte die Aktiengesellschaft die Thermalbohrung auf ihr Risiko wie bisher vorzunehmen, aber ohne ihr Grundkapital anzugreifen. Das für die Bohrung nötige Kapital würde unter Bürgschaft des Treuhänders bzw. des Rechtsnachfolgers im Wege einer Anleihe beschafft werden, die billig zu verzinsen und in etwa 50 Jahren zu amortisieren wäre.

Bei Berücksichtigung dieser Vorschläge würde die Fundierung der Aktiengesellschaft zweifellos profitieren. Sie hätte zur Durchführung ihrer Aufgaben stets das volle Grundkapital zur Verfügung, ohne während des Betriebsjahres die laufenden Einnahmen angreifen zu müssen.

Sie entginge damit der Gefahr, bei nicht zulänglichen Einnahmen einmal ohne Kapital festzusitzen.

Ich habe den Wunsch, dass die Aktiengesellschaft auf eine gesunde Basis bei Gründung gestellt wird, und würde es lebhaft bedauern, wenn man andere Absichten in meine Ausführungen unberechtigterweise hineinlegt.

Ich rate allen Pyrmontern, nach besten Kräften zu zeichnen, und möchte den Einfluss der Pyrmonter in der Aktiengesellschaft unbedingt gesichert sehen.

Glaubt man diesbezüglich an eine Gefahr, so gebe ich die Ausgabe von Vorzugsaktien mit besonderem Stimmrecht anheim.

Gödecke

Direktor der Waldeckischen Bank, Aktiengesellschaft

17. Februar 1921

Artikel aus dem Pyrmonter Anzeiger
Aktiengesellschaft Kleinaktien
Dr. Schücking – Banken

„Aktiengesellschaft.

Aus den bisherigen Zeichnungen erhellt, dass auf vollständige Zeichnung des Kapitals von 3 Millionen hier in Pyrmont nicht zu rechnen ist. Es möge also jeder versuchen, solche Auswärtige zu interessieren, die als Ärzte oder ständige Kurgäste unserem Orte nahestehen.

Von solchen Zeichnern wird man auch erwarten können, dass sie in der Generalversammlung entweder sich durch ihre Pyrmonter Freunde vertreten lassen oder mit diesen stimmen. Erst zuletzt aber sollte man sich an auswärtiges Großkapital wenden.

Vor allem aber soll jeder Pyrmonter bedenken, dass es sich für ihn nicht um die Frage einer günstigen Kapitalanlage, sondern um die Fortdauer seines Erwerbes handelt.

Die Anregung von Herrn Dr. Schücking, Kleinaktien zu schaffen, scheint mir beachtenswert. Ohne irgendwelche behördliche Genehmigung dürfen Aktien bis zu 200 Mark herunter – die auf den Namen lauten und deren Übertragung an die Genehmigung der Gesellschaft gebunden ist – ausgegeben werden.

Praktisch wäre wohl die Ausgabe einer Anzahl Kleinaktien von je 500 Mark, um den an der Kur und unserem Orte interessierten Arbeitern und kleinen Leuten Gelegenheit zu geben, sich mitzubeteiligen und so ihr Interesse zu erhöhen.

Da jede Aktie Stimmrecht gewähren muss, müsste für je 500 Mark eine Stimme gegeben werden. Es kann bei Großaktionären die Stimmenzahl durch die Satzung beschränkt werden.

Ich gebe zur Erwägung, ob der Ausschuss nicht eine Aufforderung zur Zeichnung von Kleinaktien erlassen will.

Zur Gründungsfrage möchte ich bemerken, dass die Form der sogenannten Successivgründung als zu umständlich und unpraktisch fast nie gewählt wird. Es ist auch hier wohl so gedacht, dass die hiesigen Banken als Gründer alle Aktien übernehmen und nach geschehener Gründung die Aktien an die Zeichner zum Zeichnungspreis verkaufen.

Dr. Rosenkranz

22. Februar 1921

1922

Bad Pyrmont A.G. an die Domänenkammer AROLSEN

„Betr. Zeichnungen und Vorgänge über die bisherigen Domanialbauten hierselbst.

Die Preuss. Staatsverwaltung fordert von uns die Vorlage sämtlicher Vorgänge und Zeichnungen über die dem früheren Domanium gehörigen, jetzt an die Bad Pyrmont A.G. verpachteten, Gebäude, (Kur-und Badehäuser usw.). Da wir von diesen nur eine zweite Ausfertigung besitzen, welche dauernd für den Betrieb zur Hand sein muss, bitten wir uns alle diesbezüglichen Vorgänge, welche sich dort befinden, übersenden zu wollen.“

27. Juli 1922

1934

Der Verbandsvorsteher des Forstverbandes Pyrmont an den Herrn Kurdirektor

„Betr. Emmerfischerei.

Mit Bezug auf unsere fernmündliche Unterhaltung vor einigen Tagen übersende ich Ihnen ergebenst eine Abschrift des Wasserbuchblattes über die dem Preuß. Staate zustehenden Fischereirechte. Danach steht der Bad Pyrmont A.G. als Pächterin der Fischerei die ausschließliche Fischerei im Mühlengraben der Dringenauer Mühle vom Ausfluß bis zum Einfluß in die Emmer zu.

Nach einer Mitteilung der Regierung Hannover vom 25.10.1926 steht der Dringenauer Mühle (Wenk) nur der Aalfang in dem benannten Mühlengraben zu.““

25. April 1934

Bad Pyrmont Aktiengesellschaft an den Regierungspräsidenten Hannover

„Auf die Verfügung von 9. d. Mts. I. 0. 1661 reichen wir die Tauschverträge von dem Kaufmann Zetzsche unterschrieben ergebenst zurück.

„Heil Hitler“
BAD PYRMONT AKTIENGESELLSCHAFT
Der Vorstand“

14. November 1934

Der Regierungspräsident (I.Q. 1844 I.) an die Bad Pyrmont A.G. (Kurverwaltung)

„Betrifft: Verpachtung des eingetauschten Grundstückes des Kaufmanns Zetzsche in Bad Pyrmont.

Mit Beziehung auf meine Verfügung vom 30. v. Mts.-I.Q. 1844- ersuche ich, mir unter der darin angegebenen Voraussetzung den mit dem Pächter abzuschliessenden Pachtvertrag binnen 10 Tagen in vierfacher Ausfertigung vorzulegen.“

22. Dezember 1934

Rubrik Hotels im Wohnungsanzeiger Bad Pyrmont von 1934

Das Kurhotel Bad Pyrmont A.-G.
im Kurpark

Fernspr. 646″

1934

Anzeigen im Wohnungsanzeiger Bad Pyrmont von 1934

Das Kurhotel im Kurpark. Alle Heilbäder im Hause.“

Großes Badehotel Fürstenhof
Friedrich Völkers Wwe.“

Hotel Der Kaiserhof Bad Pyrmont
Eigent. Friedrich. Wilh. Nolte, Hannover
Unter gleicher Leitung:
Hotel Ernst-August, vormals Bristols, Hannover
Palast-Hotel Rheinischer Hof, Hannover

1934

1935

Pachtvertrag zwischen der Bad Pyrmont Aktiengesellschaft, Bad Pyrmont und dem Hotel Kaiserhof, Bad Pyrmont, Hauptallee

27. März 1935

Pachtvertrag zwischen der Bad Pyrmont Aktiongesellschaft, vertreten durch ihren Vorstand, Herrn Kurdirektor Gallion (im folgenden kurz Kurverwaltung genannt) und Herrn Carl Treuthardt, Bad Pyrmont

  1. April 1935

1936

Adolf Hitler-Bad Pyrmont-Stiftung

„Es findet für die zur Zeit hier weilenden Gäste der Adolf Hitler-Bad Pyrmont-Stiftung eine Fahrt zu den Externsteinen-Hermannsdenkmal statt, da sämtliche Stadtfahrten bereits beendet sind und den Gästen auch wegen Beendigung der Kurzeit nichts mehr geboten wird.

Die Bad Pyrmont A.G. ist zu bitten, den Wagen der Kur A.G. für diese Fahrt zur Verfügung zu stellen.

Frau Rasquin nimmt in meinem Auftrage an dieser Fahrt teil. Die Gäste sind unterwegs mit Kaffee und Kuchen zu bewirten.

Die Rechnung ist aus der Stiftung zu begleichen.

Bad Pyrmont, den 10. Oktober 1936.
Der Bürgermeister.

10. Oktober 1936

1938

Der Landrat an den Bürgermeister in Bad Pyrmont am 21. Februar 1946

„Betrifft: Auseinandersetzung anläßlich der Eingliederung der Gemeinde Holzhausen in die Stadtgemeinde Bad Pyrmont am 1. April 1938.

In der Anlage übersende ich meine Entscheidung von 20. ds. Mts. über die Auseinandersetzung zwischen der Gemeinde Holzhausen und der Stadt Bad-Pyrmont anläßlich der Eingliederung von Holzhausen in die Stadtgemeinde Bad Pyrmont mit Wirkung von 1. April 1938 zur Kenntnis und mit dem Ersuchen um weitere Veranlassung.

gez. Lambert.“

  1. April 1938

Auszug aus Denkschrift und Vertragsentwurf zur Vereinigung von Bad Pyrmont und Holzhausen

„Von den rund 925 Arbeitnehmern Holzhausens ist etwa die Hälfte in Bad Pyrmont selbst beschäftigt. Allein die Bad Pyrmont A.-G. beschäftigt einige 100 Holzhäuser Arbeiter und Angestellte.

Von der anderen Hälfte der Arbeitnehmer ist ein beträchtlicher Teil in den über 100 Holzhäuser Gewerbe- und Handwerksbetrieben beschäftigt, die wiederum im hohen Masse von Bad Pyrmont abhängig sind. Das gilt in erster Linie vom Baugewerbe. Von den 14 Baugeschäften unserer Heimat haben allein 8 ihren Sitz in Holzhausen. Maurer, Zimmerer, Tischler, Maler und Schlosser sind vorwiegend auf Anträge aus Bad Pyrmont angewiesen. Bei Schlachterein, Gärtnereien, Bäckereien und Wäschereien ist dies in mehr oder minder großem Umfange ebenso.“

  1. April 1938

2025

Das Thermalsolebad auf der von Samuel Hirsch „verschenkten“ Hirschpark-Fläche nennt sich heute HUFELAND Therme (Forstweg 17, 31812 Bad Pyrmont).

Der Betreiber der Therme trägt die Bezeichnung „Niedersächsisches Staatsbad Pyrmont Betriebsgesellschaft mbH
und wird vertreten durch: Kurdirektor Herr Dr. Maik Fischer

Vorsitzender des Aufsichtsrats:
Diplom-Ökonom Herr Stephan Kirsch,

(Stand Dezember 2025)

Über die Autorin

Daniela Breyer ist Unternehmerin, Autorin und unabhängige Menschenrechts-Verteidigerin. Ihre Arbeit befasst sich mit Menschenrechtsfragen, institutionellem Versagen sowie der historischen und gegenwärtigen Wirkung staatlicher und halbstaatlicher Strukturen auf das Leben Einzelner.

Ausgehend von eigener existenzieller Betroffenheit durch behördliche Maßnahmen, wirtschaftliche Ausgrenzung und den Entzug grundlegender Lebensbedingungen begann sie, systematisch zu recherchieren. Diese Recherchen entstanden nicht aus politischer oder ideologischer Motivation, sondern aus der Notwendigkeit heraus, Ursachen, Verantwortlichkeiten und Strukturen zu verstehen.

Im Rahmen ihrer Arbeit stieß sie auf bislang unzureichend aufgearbeitete historische Strukturen in Bad Pyrmont und Umgebung, unter anderem zu Stiftungen, Einrichtungen, Zwangsarbeit, Verschickungssystemen sowie personellen und ideologischen Kontinuitäten über den Zweiten Weltkrieg hinaus. Ihre Veröffentlichungen stützen sich auf öffentlich zugängliche Archivdokumente, private Unterlagen der Familie Breyer und Zeitzeugenberichte. Ergänzend analysiert sie bauliche Strukturen, Eigentumsverhältnisse sowie die nachweisbare Verflechtung staatlicher und privatwirtschaftlicher Interessen und Entscheidungen.

Ziel ihrer Arbeit ist es, Informationen zugänglich zu machen, Zusammenhänge nachvollziehbar darzustellen und zur rechtlichen wie gesellschaftlichen Aufarbeitung von Menschenrechtsverletzungen und institutionellem Unrecht beizutragen.

Unterstützen Sie meine Arbeit

Meine Recherchen, Dokumentationen und die juristische Aufarbeitung menschenrechtlich relevanter Vorgänge erfolgen unabhängig, unter großem persönlichem Einsatz und ohne institutionelle Förderung.

Wenn Sie meine Arbeit unterstützen möchten, freue ich mich über eine Spende auf folgendes Konto:

Empfängerin: Daniela Breyer
IBAN: DE91 3055 0000 1001 5666 68
BIC: WELADEDNXXX
Bank: Sparkasse Neuss

Verwendungszweck: Spende für Gerechtigkeit

Bitte beachten Sie:
Da es sich um eine private Initiative handelt, kann ich aktuell keine Spendenquittung ausstellen.